Microsoft Lync All UC Summit – eine Nachlese

Eine jährliche Veranstaltung rund um das Thema Unified Communications mit Microsoft Lync für den deutschsprachigen Raum soll sich etablieren. Genau an der Zielgruppe, streng themengetreu und mit möglichst unauffälliger Werbung für den Softwareriesen aus Redmond, so versucht Microsoft Interessenten und Anbieter im deutschen Markt auf dem ‚Lync All UC Summit‘ zusammenzuführen. Wie das in diesem Jahr am 03. bis 04. Februar in Berlin gelungen ist, fasst colima Geschäftsführer Matthias Friedrichs aus persönlicher Sicht zusammen.

Kurzes Fazit vorab: Microsoft hat es mit dem Lync All UC Summit tatsächlich geschafft, ein Kunden-Event zu schaffen, zu dem Kunden erscheinen. Das ist in der heutigen Zeit im Überangebot der Seminare, Konferenzen, Branchentreffen und Partnertage nicht so einfach, schließlich könnte ein Mittelständler rein rechnerisch schon eine Vollzeitkraft allein für solche Veranstaltungen einkalkulieren, würde man nur alle Themen der internen IT betrachten. Das führt dazu, dass die Kunden vielfach wegbleiben und sich online mit Informationen versorgen, was im Sinne von UC auch erst einmal sinnvoller erscheint. Abgesagte Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte 2013 und Summits, bei denen sich die Sponsoren und Aussteller gegenseitig aus Langeweile ihre Produkte vorführten, belegen die Übersättigung des Event-Marktes eindrucksvoll.

Antje Reichelt und Ihre Kolleginnen und Kollegen haben es trotz kleiner Fehlerchen in der Organisation des Lync All UC Summit geschafft, mehr Kunden, Partner und Microsoft’ies zusammenzuschalten als jede andere Veranstaltung, die ich im Bereich Lync vorher besucht habe – ausgenommen einmal die globale Lync Conference im Februar 2013 in San Diego, auf deren Level dieses Jahr in Las Vegas noch einmal deutlich eine Schaufel aufgelegt werden soll.

Dass colima trotz schriftlicher Buchung als Sponsor irgendwie vergessen wurde und dann ohne Logo in den Ausstellungsunterlagen, ohne Slot in den Vorträgen und mit handgeschriebenem Namensschild während der Veranstaltung auskommen musste, ist zwar ärgerlich, kann aber dem Microsoft-Team nicht gänzlich angelastet werden, schließlich hätte ich von colima-Seite auch etwas mehr Präsenz zeigen und rechtzeitig intervenieren können. Ich bin sicher, im nächsten Jahr passiert uns das nicht wieder.

Der Standort Berlin und das Hotel Intercontinental wurden von den Gästen zwar nicht als „Nabel der Welt“, aber durchaus strategisch sinnvoller und verkehrstechnisch besser erreichbar eingestuft als beispielsweise der Veranstaltungsort des Partnertages Herzogenaurach im letzten Jahr. Wermutstropfen allein war die Tatsache, dass das superschnelle Internet und WLAN des Hotels meinem Lync-Client einen Weg in die Außenwelt verwehrte und so der firmeninternen UC die Freude verwehrt blieb. Auch der Termin für den Lync All UC Summit war recht klug gewählt, die Hotels in Berlin sind um diese Jahreszeit vergleichsweise leer und preiswert. Wer also wie ich keine Nobelherberge benötigt, kann mit einem Gang über die Straße viel Geld bei der Übernachtung sparen – sicher auch für einige mittelständische Kunden ein nicht zu vernachlässigender Punkt.

Die Vorträge im großen Plenum hauten den Zuschauer nicht gerade mit atemberaubenden Neuigkeiten zum Thema Lync von den Stühlen – wie auch im Zeitalter von Twitter & Co.?! Die Folien rund um Lync dienten aus meiner Sicht eher der Festigung des Wissens als der Präsentation von Neuem – doch sicherlich saßen auch einige Kunden im Publikum, die seltener derartige Veranstaltungen besuchen und denen das Ganze nicht so „schonmalgehört“ vorkommt. Strategie und Brand wurden jedenfalls verständlich transportiert.

Interessiert, offen und kontaktfreudig gaben sich die zahlreichen Microsoft-Mitarbeiter, was zeigt, dass man durchaus die Nähe zum Kunden und zum Partner sucht. Das erklärte Ziel, Marktdurchdringung vor „Revenue“ zu stellen, nimmt man Microsoft zwar ab, wer hätte sonst den Atem dazu, aber zu verschenken haben die Redmonder sicher auch nichts. Auf Fragen aus dem Publikum wurde in den wenigen Vorträgen, die ich besucht habe, offen und umfangreich geantwortet, wobei Themen- und Kulturspezifisch am Ende häufig noch Fragen offen blieben, die man aber im direkten Gespräch dann vertiefen konnte.

Eine gelungene Abendveranstaltung im Museum für Kommunikation rundete das Ganze sehr angenehm ab. Statt auf laute Party wurde auf stimmungsvolle Konversation gesetzt – wie auch schon in den langen Pausen zwischen den Vorträgen der Veranstaltung hatten Kunden und Sponsoren genug Zeit sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Einzig das abrupte Ende des „Museumsabends“, dass einige Veranstaltungsteilnehmer dann an der Hotelbar mit Ignoranz straften, verwunderte einige Teilnehmer etwas – mir kam das frühe Bett dagegen sehr gelegen.

Fazit: Der Lync All UC Summit in Berlin war eine rundum gelungene Veranstaltung, die gut zum Netzwerken taugt (was mit Abstand für mich der wichtigste Punkt ist), fokussiert auf das spürbar stärker werdende Interesse am Thema „Lync“, offene und kommunikative Microsoft-Mitarbeiter, verschiedene mehr oder weniger mit Neuigkeiten bepackte Vorträge und vor allem „echte“ und wertvolle Kundenkontakte – meine zugegebenermaßen zurückhaltenden Erwartungen wurden deutlich übertroffen! Wenn man noch ein kleines bisschen an der Organisation perfektioniert und sich in den nächsten Jahren wieder geschickt bei Termin und Standort anstellt, kann sich diese Veranstaltung schnell zum Szenetreff der Community etablieren. Mich würde es freuen!